Günter Derleth

 

Fünf Tage im Garten

Die wundervollen Lochkamerafotografien Günter Derleths sind bekannt und geschätzt – den Künstler persönlich kennenzulernen – ganz wunderbar!

Zu seiner großen Einzelausstellung in der Kunstgalerie Fürth, anlässlich des Kulturförderpreises musste es fertig sein. „Nicht so groß“, Derleth ist bescheiden, „und der Name auf dem Titel muss klein sein!“


Ein großartiges Konzept hatte er bereits fertig dabei: Das Buch teilt sich in zwei Bereiche, „Fotogramme“ und „Camera Obscura“. 15 Kapitel, 15 Autoren, zu jedem Kapitel ein kurzer Text, und zu jedem Text eine selbstgebaute Kamera – eine bessere Buchstruktur hätten wir uns nicht ausdenken können – super!


2019

Selbstverlag

Hardcover

offene Bindung – grüner Faden

17 x 24 cm

132 Seiten


Günter Derleth

Jahrgang 1941, war über 30 Jahre lang Werbefotograf. Als sich die Wende zur Digitalfotografie vollzog, beschloss er, sich in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Weg vom Hightech, hin zu den Ursprüngen der Fotografie. Seitdem arbeitet er mit Camerae Obscurae, die er größtenteils selbst baut. Und mit alten Fotopapieren ganz ohne Kamera. Dabei geht es ihm, wie er selbst sagt, um die Magie des Bildes. Er möchte „unperfekte Bilder“ machen.

 

Die Bilder dieses Buches sind in seinem eigenen „Paradiesgarten“ entstanden. So  legt er Blätter auf die Fotopapiere, die sich binnen fünf Tagen zum Bild verwandeln. Oder er hängt Kaffedosen-Camerae-Obscurae an seine Bäume. Durch winzige Löcher dringt das Licht bis zu acht Monate lang auf das lichtempfindliche Material im Innern. Oder er fotografiert verwelkende Blumensträuße mit altem Color- oder Diamaterial – was für phantastische Farben!


Das Buch

Es war leicht, im engen Zeitrahmen zu bleiben, da die Zusammenarbeit rund lief. Wir entwickelten ein zeitgemäßes minimalistisches Layout im kompakten 17 x 24 cm-Format. Wie immer, bei unseren Buchgestaltungen, galt es, eine Form zu finden, die gleichzeitig stringent und abwechslungsreich ist. Die Stringenz war durch das vorgegebene Konzept bereits da, so konnten wir im Seitenlayout Abwechslung reinbringen durch unterschiedliche Bildformate, Tableaus mit vielen kleine Abbildungen, runden „Lochbildern“ und Making ofs. Die Kapitelauftakte mit 1-seitigem Text und freigestellter Selbstbau-Camera-Obscura strukturieren das Ganze durchgehend.


Um das Unperfekte zu betonen, durfte es keine elegante Schrift sein. Und da der Künstler selbst gern die Schreibmaschine verwendet, wählten wir zu unserer geliebten International für die Headlines eine Monospaceschrift für die Texte.

Die Titelgestaltung ist eine Gemeinschaftsarbeit der Weinberg Brothers, danke Frank!


Bilder anklicken zum Vergrößern.

 

Impressionen der Ausstellung

Besuch der Ausstellung mit Steffi Probst, Frank Weinberg, Gottfried Müller und Michaela Voß.

 

Mit Beate Baberske und Steffi Probst bei der Ausstellungseröffnung in der Kunstgalerie Fürth. Rechts der Künstler.